Das Kleinod


 

 Sie werden sich sicherlich gefragt haben, warum ich für mein Unternehmen den Namen DAS KLEINOD gewählt habe. Aber zunächst ein Ausflug in die deutsche Sprache:

 

 

>>> MEINE PHILOSOPHIE <<<

 

Wußten Sie, dass ......

 

.... das Wort >>> Kleinod <<< im Jahr 2007

zum schönsten bedrohten deutschen Wort des Jahres gekürt wurde?!

 

http://www.bedrohte-woerter.de/wettbewerb/

 

Hier das Ranking von 2007 der bedrohten, schönsten deutschen Worte,

die durch die Jury mit Bodo Mrozek (Initiator) prämiert wurden:

 

Platz 1: Kleinod
Platz 2: blümerant
Platz 3: Dreikäsehoch
Platz 4: Labsal
Platz 5: bauchpinseln
Platz 6: Augenstern
Platz 7: fernmündlich
Platz 8: Lichtspielhaus
Platz 9: hold
Platz 10: Schlüpfer

 

Einfach nur unterhaltsam, finden Sie nicht?! :-)

 

Was sagen Pressestimmen zu diesem bundesweit ausgelobten Wettbewerb von 2007:

 

 

In einem Beitrag vom 11.06.2007 des Spiegel Online Kultur

wurde zu dem Wettbewerb 2007 folgendes geschrieben:

(Quelle: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/wettbewerb-das-bedrohte-wort-kleinod-besiegt-schluepfer-a-487770.html)

 

"... Ein Juror bringt die Stimmung auf den Punkt: 'Es ist spannender als die Papstwahl.' Am Ende steigt zwar kein weißer Rauch auf. Doch das Wort auf Platz eins ist konsensfähig. Es lautet KLEINOD. Warum?

Das Wort ist sehr alt. Schon im Mittelalter war ein Kleinod die Zierde an einem Ritterhelm. Hier rührt seine heraldische Bedeutung her, in der Ordenskunde ist es der Name des sichtbaren Zeichens, oftmals des Kreuzes am Band. Die Insignien eines Königs, Reichsapfel und Zepter, nannte man einst die Reichskleinodien. Das Kleinod war aber auch ein Geschenk oder eine Abgabe, das Deutsche Rechtswörterbuch kennt das alte Kleinodgeld aus dem 16. Jahrhundert. In einer anderen Bedeutung konnte das Wort Kleinod auch Vieh oder Gemüse bezeichnen. Immer aber geht es um etwas Wertvolles. Noch bis ins 20. Jahrhundert versteht man unter einem Kleinod ein Schmuckstück. Der Duden kennt das Wort noch, doch dürften die nur die wenigsten Zeitgenossen es noch im aktiven Wortschatz mit sich führen. ... "

 

 

Beitrag von diepresse.com vom 11.06.2007:

(Quelle: http://diepresse.com/home/kultur/news/309653/Kleinod-ist-das-schonste-bedrohte-Wort)

 

" 'Kleinod' ist das schönste bedrohte deutsche Wort ...

Der Begriff 'Kleinod' ist zum schönsten bedrohten Wort der
deutschen Sprache gekürt worden. Das hat die Jury eines
bundesweiten Wettbewerbs entschieden, wie der Initiator und
Sprecher des Wettbewerbs 'Das bedrohte Wort', Bodo Mrozek,
am Montag in Berlin sagte. 'Das Wort steht für ein auf den
ersten Blick unscheinbares Ding, das jedoch einen hohen
persönlichen Wert haben kann', erklärte Autor Mrozek ('Lexikon
der bedrohten Wörter'). 'Genauso ist es auch mit manchen
Wörtern: Man muss zwei Mal hinsehen, um ihre Schönheit oder
die persönliche Bedeutung zu entdecken.' "

 

 

Artikel von DieWelt vom 12.06.2007:

(Quelle: http://www.welt.de/welt_print/article938815/Kleinod-ist-das-schoenste-bedrohte-Wort-im-Deutschen.html)

" 'Kleinod' ist das schönste bedrohte Wort im Deutschen ...

Berlin - Ein Kleinod ist ursprünglich etwas Kleines oder ein
Gastgeschenk. Später wurde der Begriff im übertragenen Sinn für alles
Wertvolle verwendet. Heute ist das Wort fast vergessen. Aus diesem
Grund hat eine Jury aus Schriftstellern, Germanisten und Journalisten
'Kleinod' zum schönsten bedrohten Wort gewählt. ..."

 

 

Artikel der Berliner Zeitung vom 12.06.2007 inkl. Korrektur des Beitrags:

(Quelle: http://www.berliner-zeitung.de/archiv/das--kleinod--wurde-zum-schoensten-bedrohten-wort-deutscher-sprache-gewaehlt-wovor-die-hunnen-wegrannten,10810590,10483326.html)

"DAS 'KLEINOD' WURDE ZUM SCHÖNSTEN BEDROHTEN WORT DEUTSCHER SPRACHE GEWÄHLT - Wovor die Hunnen wegrannten ...

Backfisch" wäre schön gewesen. Oder 'Bratkartoffelverhältnis' . Das klingt knuspriger als 'Affäre' . Und 'Schlüpfer' klingt ehrlicher als 'Slip' . Auch bei 'bauchpinseln' oder 'blümerant' spürt man richtig was.

Da ist Leben drin. Doch von den 2 000 Vorschlägen, die für den Wettbewerb um das schönste bedrohte deutsche Wort eingingen, hat ausgerechnet das 'Kleinod' gewonnen.

Es stehe für ein auf den ersten Blick unscheinbares Ding, das hohen persönlichen Wert haben könne,
begründet Bodo Mrozek die Wahl. Er ist Initiator des Wettbewerbs, dessen Jury Schriftsteller wie Eva Menasse und Jakob Hein angehören. 'Kleinod'!

 

Da haben wir's wieder. Die Wahl fiel auf ein Ding, kein Lebewesen, keinen Zustand, kein Gefühl.
Es geht um Besitz, wie schon im letzten Jahr, als 'Habseligkeiten' zum schönsten deutschen Wort überhaupt gewählt wurde. Im Mittelhochdeutschen bedeutete 'klein' so viel wie 'fein, zierlich'.

'Klein te' waren kunst- und wertvolle Dinge, die man als Geschenk mitbrachte - natürlich nicht in die Bauernhütte. Ringe, Ketten, Figürchen. Sauteurer Nippes. Auch die Verzierung eines Ritterhelms soll so bezeichnet worden sein. Und hier wird's plötzlich spannend. Denn Kleinodien nannte
man auch das Wertvollste, was es einst überhaupt gab: die 'Reichskleinodien', die die Macht der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches verkörperten.

 

Die Krone, das Kreuz, das Zepter, der Apfel, das Schwert, Reliquien. Man kann sie heute in
der Wiener Hofburg bestaunen. Wenn man dort auf Nasenlänge von der Heiligen Lanze entfernt ist, die einen Nagel vom Kreuz Jesu enthalten soll, schaudert's einen schon:

Einst fielen Menschen vor ihrer magischen Kraft auf die Knie.

Sie soll Schlachten entschieden haben, so 955 den Sieg über die Hunnen. Das sagt uns: Ein Kleinod muss nicht in die Hosentasche passen. Sein Wert ist höher als seine Kosten, solange man daran glaubt. ...

------------------------------ KORREKTUR Nicht die Hunnen, wie am Dienstag auf
Seite 1 behauptet, sondern die Magyaren wurden 955 auf dem Lechfeld bei Augsburg besiegt.

Der Hunnensturm lag da schon 500 Jahre zurück. (13.06.2007)"

 

 

 

Wie gut, dass es solche Menschen wie den Berliner Jounalisten, Historiker und Autor Bodo Mrozek gibt, die auf das lautlose Verschwinden von so schönen Worten wie eben DAS KLEINOD aus dem deutschen Sprachwortschatz hinweisen.

 

Nun, wie sagen andere Völker und Sprachen zum Kleinod (auch Schatz, Kostbarkeit u.s.w.)?

 

jewel, gem (engl./angelsächs.= Juwel, Schmuckstück)

joyau (franz. / Aussprache: TSCHOOOjouuuu)

gioiello (ital. =Juwel / Aussprache: TSCHOO jello)

joya (span. / Aussprache: CCCCHHHHOOOO jaaaa)

gemma (latein. / Aussprache: TSCHEEEma)

κειμήλιο (griech. / Aussprache: KE IMl lio)

драгоце́нность (russ. / Aussprache:  DRAAAA gotsennostch)

mücevher (türk. / Aussprache: MMMÜÜÜ tschevheerrr)

宝石 (japan. / Aussprache: HO seki)

创业板 (chines. einfach / Aussprache: TSCHONG jepan)

drysor (walisisch / Aussprache: DRI sor)

klejnot (poln. / Aussprache: KLEY not)

klenot (tschech. / Aussprache: KLEI not)

helmi (finnisch / Aussprache: HELmi)

perlas (Litauisch =Perle)

 

Großgeschriebene Silben werden dabei betont ausgesprochen.

 

Hieran sieht man ganz deutlich, welche Sprachen Ähnlichkeiten mit dem deutsche Wort KLEINOD  aufweisen und ihre Bedeutung als Kostbarkeit, Schatz, Schmuckstück ausdrücken. Interessant ist, dass in der polnischen und tschechischen Sprache das  deutsche Wort zu erkennen ist. Bei den Finnen könnte man fast vermuten, sie verweisen auf die heraldische Bedeutung  des Kleinods - der Helmzier. Dies ist so aber nicht richtig. Helmi heißt übersetzt die Perle - also ein Schmuckstück.

 

... und in welchem Sinne verwendeten Kulturschaffende und wichtige Persönlichkeiten

vergangener Epochen das Wort Kleinod? Es hieß doch oben in den Zitaten, das Wort wäre im alten deutschen Wortschatz verankert gewesen.

Sie werden sehen, dass es sehr oft im übertragenen Sinne,

jedoch in der selben Bedeutung für wertvoll, einzigartig ... verwendet wird:

 

 

„Ein hohes Kleinod ist der gute Name.“1)

von Johann Christoph Friedrich von Schiller (1759 - 1805),

deutscher Dichter und Dramatiker

 

 

„Müßiggang, du heiliges Kleinod, einziges Fragment der Gottähnlichkeit,

das uns noch aus dem Paradiese blieb!“1)

von Karl Wilhelm Friedrich von Schlegel (1772 - 1829),

dt. Kulturphilosoph, Schriftsteller, Literaturkritiker, Historiker und Altphilologe

 

 

„Eine schöne Frau gefällt den Augen, eine gute dem Herzen,

die eine ist ein Kleinod, die andere ein Schatz.“1)
von Napoléon Bonaparte (1769 - 1821),

französischer Feldherr, Politiker, Kaiser Frankreichs

 

 

„Merk auf die Stimme tief in dir: Sie ist des Menschen Kleinod hier.“1)

von Matthias Claudius(1740 - 1815),

dt. Dichter und Journalist

 

„Kein edleres Kleinod gibt es, als wahre Freundschaft. Aber wie selten ist sie! Sie fordert Adel der Gesinnung, Übereinstimmung in derselben und ein tiefes Gefühl vom gegenseitigen Wert, endlich Geneigtheit zu hingebender Selbstverleugnung. Wo es hieran fehlt, wird das Band der Freundschaft ebenso leichtsinnig und selbstsüchtig gelöst, wie geknüpft.“1)

von Ignaz Heinrich Carl Freiherr von Wessenberg - Ampringen (1774 - 1860),

aufgeklärter römisch-katholischer Theologe aus schwäbischem Adel

 

„Es gibt Gold und viel Perlen; aber ein vernünftiger Mund ist ein edel Kleinod.1)

Bibel

1) Quelle: Zitate und Aphorismen - http://gutezitate.com

 

 

"Die Erde trägt, stolz, den Parthenon
als das beste Kleinod auf ihrem Erdgürtel."

Ralph Waldo Emerson (1803 - 1882),

US-amerikanischer Geistlicher, Lehrer, Philosoph und Essayist

 

 

"Reichtum, Ansehen, Macht, alles ist unbedeutend und nichtig gegen die Größe des Herzens –

das Herz allein ist das einzige Kleinod auf der Welt!"2)

Adalbert Stifter (1805 - 1868),

österreichischer Erzähler, Romanschriftsteller, Novellist und Maler

 

 

"Es ist dies der echten Liebe Eigentümlichkeit, daß sie unerwidert,

verschmäht doch süß bleibt und ein köstlich Kleinod."2)

Jeremias Gotthelf (1797 - 1854), eigentlich Albert Bitzius, Schweizer Pfarrer und Erzähler

Quelle: »Ein Gotthelf-Wort für jeden Tag«, ausgewählt und zusammengestellt von Helene Keller, Verlag A. Ranke, Bern, 1935

 

 

"Die verworfene Liebe

Ich habe genug.
Lust, Flammen und Küsse
Sind giftig und süße
und machen nicht klug.
Komm, selige Freiheit und dämpfe den Brand,
Der meinem Gemüte die Weisheit entwand.

Was hab ich getan!
Jetzt seh ich die Triebe
Der törichten Liebe
Vernünftiger an;
Ich breche die Fessel, ich löse mein Herz
Und hasse mit Vorsatz den zärtlichen Schmerz.

Was quält mich vor Reu?
Was stört mir vor Kummer
Den nächtlichen Schlummer?
Die Zeit ist vorbei.
O köstliches Kleinod, o teurer Verlust!
O hätt' ich die Falschheit nur eher gewußt!

Geh, Schönheit, und fleuch!
Die artigsten Blicke
Sind schmerzliche Stricke;
Ich merke den Streich.
Es lodern die Briefe, der Ring bricht entzwei
Und zeigt meiner Schönen: Nun leb ich recht frei.

Nun leb ich recht frei
Und schwöre von Herzen,
Daß Küssen und Scherzen
Ein Narrenspiel sei;
Denn wer sich verliebet, der ist wohl nicht klug.
Geh, falsche Syrene, ich habe genug!"2)

Johann Christian Günther (1695 - 1723),

schlesischer Lyriker und Dichter bekenntnishafter Gedichte

 

2) Quelle: http://www.aphorismen.de

 

Die Liste der Zitate ließe sich gern noch weiterführen.

Sie sehen aber bereits, dass das Wort Kleinod einen festen Platz

im deutschen Wortschatz in früheren Epochen hatte.

 

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